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Gipsfaserplatten auf Baustelle

[zlikovec] © 123RF.com

Gipsfaserplatten

Gipsfaserplatten werden aus einem Gemisch von Gips und Zellulosefasern hergestellt. Im Gegensatz zu Gipskartonplatten werden die Platten zu höheren Preisen verkauft, bieten aber einen besseren Brandschutz, sind stabiler und unempfindlich gegen Feuchtigkeit. Im Holz-, Trocken- und Innenausbau werden die faserarmierten Produkte als universeller Baustoff eingesetzt.


Der universelle Baustoff für den Trocken- und Innenausbau: Gipsfaserplatten

Gipsfaserplatten sind der ideale Baustoff für den Trockenbau und können universell für Baumaßnahmen im Keller, Dachboden bis hin zu Feuchträumen und für den Bodenbereich eingesetzt werden. Mit hohem Druck werden Gips und Zellulosefasern unter Zugabe von Wasser gepresst und mit einem wasserabweisenden Mittel imprägniert. Im Gegensatz zu Gipskartonplatten haben die Platten keine Kartonummantelung, sind aber deutlich strapazierfähiger, da die Zellulosefasern die Stabilität erhöhen und als Armierung fungieren.

Gipsfaserplatten in Bädern und Feuchträumen
Gipsfaser-Platten sind optimal als Feuchtraum-Platte für den Ausbau von Bädern, Küchen und Feuchträumen geeignet. Durch die Faserarmierung wird das Feuchtverhalten der Platten positiv beeinflusst, da die Zellulosefasern nicht wasserlöslich sind. Der Baustoff wird ohne weitere Imprägnierung eingesetzt. Allerdings müssen in stärker belasteten Bereichen – wie bei Bade- und Duschwannen – die notwendigen Dichtmaßnahmen ordnungsgemäß ausgeführt werden, um das Material vor Durchfeuchtung zu schützen.

In Deutschland werden die Zellulosefasern hauptsächlich aus recyceltem Papier hergestellt und sind damit baubiologisch sehr wertvoll, da sie zudem keine gesundheitsgefährdenden Stoffe enthalten. Hersteller von Gipsfaser-Platten sind zum Beispiel Fermacell (Xella), Knauf Integral und Rigips Saint-Gobain.

[Jozef Polc] © 123RF.com

Im Gegensatz zu Gipskartonplatten sind Gipsfaserplatten nicht brennbar und werden der Baustoffklasse A2 nach DIN 4102 zugeordnet. Aufgrund der Materialzusammensetzung sind die Platten somit eine optimale Lösung für den vorbeugenden baulichen Brandschutz. Damit zeigt der Baustoff das gleiche Brandverhalten wie Gipskartonplatten mit einer speziellen Brand- bzw. Feuerschutzbehandlung.

Da Gipsfaserplatten zu höheren Preisen als Gipsplatten verkauft werden, kommen die Platten vorrangig dort zum Einsatz, wo die Stabilität sowie die Feuchtigkeits- und Brandschutzeigenschaften auch wirklich gefragt sind. Der Baustoff wird demnach überwiegend in Schulen, Kindergärten oder Sporthallen eingesetzt. Zudem sind Gipsfaserplatten aufgrund ihrer Stabilität prädestiniert für den Einsatz im Bodenbereich. Dort werden sie für tionen verwendet oder als Fertigteilestrich direkt auf dem Boden verlegt.

Gerade in Altbauten steht die Sanierung mit Trockenestrichen hoch im Kurs, da der Boden nach dem Verlegen sofort begehbar ist und bequem mit Parkett, Laminat oder PVC versehen werden kann. Selbst eine Fassadenbekleidung ist mit dem universell einsetzbaren Baustoff möglich. Zudem können Gipsfaser-Platten im Innenausbau als Trockenputz zum Einsatz kommen. Die Platten lassen sich mit einem Ansetzbinder direkt auf den Untergrund kleben.


Die Montage von Gipsfaser-Platten

Aufgrund der gleichmäßigen Struktur lassen sich Gipsfaserplatten bequem mit marktüblichem Werkzeug für den Trocken- und Innenausbau bearbeiten. Die Platten können einfach mit speziellen Schnellschrauben und ohne Vorbohren auf eine Metall- oder Holzunterkonstruktion montiert werden. Der Werkstoff lässt sich zudem auch mit Klammern am CW-Ständerwerk befestigen – eine schnelle und einfache Lösung für die Montage.

Der Versatz der Gipsfaserplatten untereinander sollte dabei mindestens 20 cm betragen. Die Platten dürfen nicht mit Kreuzfugen verlegt werden, da das die Stabilität der Konstruktion gefährdet. Alle Fugen, Schraubköpfe, Kratzer und Stoßstellen o.Ä. werden mit entsprechendem Feinspachtel verspachtelt. Es ist darauf zu achten, dass die Fugen vor dem Verspachteln frei von Staub und höherer Baufeuchte sind. Die Spachtelmasse wird mit leichtem Druck quer in die Fugen gedrückt und mit langen Zügen abgezogen.

Nachdem die Spachtelmasse des ersten Arbeitsganges getrocknet ist, kann die Feinverspachtelung vorgenommen werden. Die dabei entstehenden Unebenheiten lassen sich bequem mit einem Langhalsschleifer entfernen. Dafür eignen sich am besten Schleifscheiben 225 mm oder Schleifgitter 225 mm mit einer Körnung von 80 bis 120, ggf. auch eine feinere Körnung. Die geschliffenen Flächen sind vor der weiteren Oberflächenveredelung zu entstauben und gegebenenfalls zu grundieren.


PRODUKTEMPFEHLUNGEN

Die Oberflächenveredelung von Gipsfaserplatten

In der Regel können Tapeten mit einem marktüblichen Tapetenkleister auf Basis von Methylcellulose an den Gipsfaserplatten angebracht werden. Beim Abziehen der Tapete durch Renovierungsarbeiten treten gemäß Herstellerangaben keine Beschädigungen der Oberfläche auf. Eine Grundierung kann dann erforderlich sein, wenn der Kleisterhersteller das explizit fordert (z.B. auch bei Vinyltapeten). Gipsfaser-Platten lassen sich problemlos mit handelsüblichen Farben wie z.B. Latex-, Dispersions- oder Lackfarben behandeln sowie mit Edelputz – der in verschiedenen Abtönfarben erhältlich ist – verputzen.

Soll ein Strukturputz aufgebracht werden, müssen die Spachtelfugen allerdings mit einer zusätzlichen Armierung versehen werden. Bei mineralischen Anstrichen oder Silikatfarben ist eine Freigabe des jeweiligen Herstellers notwendig. Gegebenenfalls wird die Farbe in zwei Arbeitsschritten aufgebracht, um die volle Deckkraft zu erzielen. Gipsfaserplatten lassen sich auch problemlos im Dünnbrettverfahren fliesen.