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Gipswandbauplatte – hohe Flexibilität und schnelle Bauweise

Der Klassiker im Trockenbau ist bekanntermaßen die Gipskartonplatte. Ein weiterer Vertreter der Gattung Trockenbauwand ist die so genannte Gipswandbauplatte, die ob ihrer Flexibilität und Robustheit geschätzt wird. Sie bietet eine hohe Stabilität, verfügt über ideale Schall- und Brandschutzeigenschaften und eine hohe Dampfdiffusionsfähigkeit.


Die Gipswandbauplatte – ein wahrer Alleskönner

Eines vorweg: Eine Gipswandbauplatte ist keine herkömmliche Gipskartonplatte und von dieser streng zu unterscheiden. Mit ihr gemein hat sie nur den Umstand, dass sie äußerst wenig Wasser für ihre Errichtung benötigt. Ihre Standsicherheit erhält sie durch die kraftschlüssige Verbindung an angrenzende Bauteile.

Die massiven Platten bestehen fast ausschließlich aus reinem Stuckgips, sind umlaufend mit Feder und Nut versehen und werden unter anderem als innere nichttragende Trennwände zur Raumaufteilung oder zur Errichtung von Schachtwänden genutzt. Mit einem Flächengewicht von circa 50 bis 120 kg/m² werden sie dabei zu den leichten Trennwänden gezählt. Zu haben sind Gipswandbauplatten typischerweise in den Formaten 666 x 500 sowie 500 x 500 mm (Länge x Höhe), was bei drei respektive vier Platten jeweils 1 m² ergibt. Die Dicken betragen 60, 80 oder 100 mm. Des Weiteren gibt es die Platten in mittlerer Rohdichte von etwa 800 bis zu 1100 kg/m³ sowie in hoher Rohdichte zwischen 1100 bis zu 1500 kg/m³, oft als medium (m) beziehungsweise dense (d) bezeichnet.

Gipswandbauplatten ab einer Rohdichte von 1100 kg/m³ sind speziell für einen hohen Schallschutz konzipiert. Zur besseren Unterscheidung werden Platten mit einer mittleren Rohdichte weiß belassen, solche mit einer hohen Rohdichte rötlich eingefärbt. Für Fälle typischer Feuchtigkeitsbelastung (zum Beispiel in Küche oder Bad) gibt es außerdem wasserabweisende (hydrophobierte) Platten in mittlerer und hoher Rohdichte. Diese sind bläulich oder bisweilen auch grünlich eingefärbt.

Mit Gipswandbauplatten ist ein gutes Raumklima garantiert. Da der massive Gips Luftfeuchtigkeit absorbieren und wieder abgeben kann wirkt er großen Klimaschwankungen entgegen. Und dank des eingelagerten Kristallwassers, immerhin ein Anteil von ca. 15-20 %, bieten die Platten zudem einen guten Feuerwiderstand (Klassifikation A1 nach DIN 4102-1).
Gipswandbauplatte

[Ruta Saulyte-Laurinaviciene] © 123RF.com


Einfacher Aufbau, sicherer Stand

Durch ihre Konzeption als Steck-System ist die Gipswandbauplatte denkbar einfach aufzubauen. Zu achten hat man auf die Ausrichtung der Wand und ob alles gerade abgemessen ist. An Materialien benötigt man neben den Platten selbst nur Randanschlussstreifen, etwas Wasser, Gipskleber, Füll- und Zargengips, eine Kelle und bei Bedarf Spachtel, Spachtelmasse und eine Schleifmaschine.

Zunächst wird das Randanschlussband angebracht und die erste Wandbauplatte mit Hilfe des Gipsklebers auf den Boden und eventuell die angrenzende Wand gepresst. Die Arbeit wird entsprechend der erwünschten Wandgröße fortgesetzt, wobei von Reihe zu Reihe versetzt aufgebaut wird.

Der Kleber sollte großzügig aufgetragen werden, damit überall ein vollfugiger Anschluss entsteht. Überfließendes kann man einfach weiter verwenden. Den Abschluss zwischen Decke und oberster Plattenreihe stellt man durch die Gipsfüllung her. Zur Fertigstellung wird kein Putz benötigt. Allenfalls wird die Wand in den Fugen oder vollflächig verspachtelt und mit einem Trockenbauschleifer plan geschliffen.


PRODUKTEMPFEHLUNGEN

Flexibilität pur – beim Aufstellen und beim Anbringen von Lasten

Da Wände aus Gipswandbauplatten nichttragende Elemente sind, können sie prinzipiell an beliebiger Stelle errichtet werden. Sofern genügend Querkraftverteilung vorliegt und ein Trennwandzuschlag bemessen wurde, müssen keine zusätzlichen Unterzüge, Träger oder andere Verstärkungen eingesetzt und die Wand nicht als einzelne Linienlast berücksichtigt werden. Diese Flexibilität gilt im Übrigen auch über Stockwerksgrenzen hinweg.

Aufgrund ihres homogenen Aufbaus weisen Gipswandbauplatten gleichbleibende Eigenschaften sowohl im gesamten Querschnitt als auch in der gesamten Fläche auf. Entsprechend können Lasten an beliebiger Stelle angebracht werden. Für die Befestigung müssen dabei die Herstellerangaben über die Relation von anzubringender Last und zulässigem Befestigungsmittel berücksichtigt werden.

Hier eine Orientierung:

  • Max. Belastung (kN/m) < 0,4: Bilder, kleine Bücherregale bzw. Hängeschränke u.Ä.
  • Max. Belastung (kN/m) > 0,4 bis < 0,5 und max. Hebelarm (m) < 0,5: Größere Hängeschränke und Regale, Waschbecken u.Ä. bei einer Wanddicke von mind. 80 mm und max. 2/3 der zulässigen Wandhöhe (siehe: DIN 4103-2)
  • Max. Belastung (kN/m) bis 1,0 ODER max. Hebelarm (m) > 0,5: Größere Hängeschränke und Regale, Waschbecken u.Ä. bei einer Wanddicke von mind. 80 mm und max. 2/3 der zulässigen Wandhöhe (siehe: DIN 4103-2) sowie einem Konsolenelement < 0,5

Es lässt sich in vier Schritten die zulässige Belastung ermitteln:

  • (1) Ermittlung der Wandbelastung je Meter: Gewicht der Last dividiert durch dessen Breite ergibt das Gewicht pro Meter beziehungsweise kN/m (z.B.: 100 kg/0,5 m = 200 kg/m = 2,0 kN/m).
  • (2) Ermittlung des Hebelarms: Die vertikale Wirkungslinie verläuft durch den Schwerpunkt des zu befestigenden Gegenstands. Bei einem rechteckigen Schrank mit gleichmäßig verteilter Last liegt dieser bei der halben Tiefe des Körpers. In diesem Fall ist der Hebelarm die halbe Tiefe (z.B.: 0,4 m/2 = 0,2 m).
  • (3) Ermittlung des Konsolmoments: Das Produkt aus Belastung und Hebelarm ergibt das Konsolmoment (z.B.: 200 kN/m x 0,2 m = 0,4 kN/m).
  • (4) Ermittlung der Gebrauchslast einzelner Dübel: Gewicht durch Anzahl der Dübel (z.B.: 100 kg/2 = 50 kg = 0,5 kN/ Dübel).
Je nach zulässigem Ergebnis kann das Gewicht dann montiert werden.


Die Gipswandbauplatte – ein Fazit

An Flexibilität kaum zu überbieten, weist die Gipswandbauplatte noch zahlreiche andere Vorteile auf, wie ihren Feuerwiderstand oder ihre denkbar einfache Aufstellung. Sie stellt in diesem Sinne eine echte Alternative zur Gipskartonplatte dar, ohne diese zu ersetzen. Ob im Heimwerker- oder im Profibereich – ihren Platz hat sie sicher.


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